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23.
Feb
2013

Formicarium – Gasbeton-Nest im Eigenbau [14.245 x gelesen]

Die Winterruhe meiner Messor barbarus Ameisenkolonie nĂ€hert sich langsam dem Ende. Ich habe mich entschieden fĂŒr die kommende Saison ein neues Nest zu bauen. Das bisherige, eine Farm in Form eines „Displays“, welches mit verschiedenfarbigen Sandsorten gefĂŒllt ist, finde ich aus folgenden GrĂŒnden unpraktisch:

#1: Die Kammern sind nur mÀssig breit (entsprechend des Glasplattenabstandes) und die Kammern sind nur in vertikaler Richtung vorhanden.

#2: Durch die Befeuchtung setzen sich die gegrabenen GĂ€nge mit der Zeit zu, so dass eine „saubere“ Beboachtung praktisch unmöglich ist.

#3: Die Befeuchtung selber erweist sich als schwer, da dazu die Farm von oben geöffnet werden muss und sich das Wasser trotz Drainage eher unkontrolliert in der Farm verteilt. Die Feuchtigkeit lÀsst sich zudem nur schwer abschÀtzen. StaunÀsse, Schimmel und Algenbildung kann die Folge sein.

Wie ich in diversen ForeneintrĂ€gen gelesen habe, scheint sich das Material „Gasbeton“ besonders gut zum Nestbau zu eignen. Es lĂ€sst sich leicht bearbeiten, es speichert die Feuchtigkeit, lĂ€sst gleichzeitig aber nicht so schnell StaunĂ€sse zu. Außerdem sorgen die Poren fĂŒr einen besseren Gasaustausch und Schimmelbildung soll auf dem Material wenig Chancen haben.

Das Konzept meines neuen Nestes sieht sowohl vertikale als auch horizontale GĂ€nge und Kammern vor, welche zudem breit genug sein sollen, damit sich die Ameisen auch ordentlich drehen und wenden können. Der Vorteil eines Erdnestes, dass sich die Ameisen selber die GĂ€nge graben können, ist nun zwar nicht mehr gegeben, dafĂŒr sollte einem sauberen Blick ins Innere nichts mehr im Wege stehen.

Das Gasbeton-Nest wurde zuerst mit dem 3D-Programm „3ds Max“ geplant und gezeichnet. Als Vorlage dienten ausschließlich die Materialien und Maße, wie sie bei www.antstore.net vorzufinden sind und dort auch kĂ€uflich erworben werden können.
Die Einkaufsliste sieht wie folgt aus:

1 x Ytong Nest mittel 30x20x5 cm; Artikel-Nr.: 000431
1 x Ytong Nest mini 10x20x5 cm; Artikel-Nr.: 002398
1 x Profil L Rohalu – 11,5×11,5mm – 1m; Artikel-Nr.: 004379
1 x Gewindestange Edelstahl M 8 mm – 1m; Artikel-Nr.: 003635
1 x Mutter-Stange M8 – 30mm / 4 St.; Artikel-Nr.: 003639
1 x Formicarienbau Silikon transparent – NKF; Artikel-Nr.: 001834
1 x Kartuschenpistole Metall mit Zahnzange; Artikel-Nr.: 003120
1 x Dichtungsklebeband 1m x 6 mm – Silikon; Artikel-Nr.: 001437
2 x LP Schlauchverbinder T 10; Artikel-Nr.: 001637
X x Schlauch transparent 14/10 mm, Artikel-Nr.: 000436

Hinzu kommen noch folgende Dinge:

  • verschiedene GrĂ¶ĂŸen von Schraubenzieher zum Aushöhlen der GĂ€nge und Kammern.
  • eine Bohrmaschine und 8 mm Bohrer, um die Löcher fĂŒr die Gewindestangen zu bohren, um somit beide Gasbetonsteine miteinander zu verbinden.
  • 2 Plexiglasplatten (4 cm x 18 cm, 5mm dicke). Alternativ geht sicherlich auch Holz.
  • Lineal zum Messen
  • Bleistift zum Anzeichnen von Bohrlöchern und der GĂ€nge/Kammern
  • Staubsauger um Ordnung zu halten

Achja, da die Scheibe des oberen TeilstĂŒckes kleiner sein muss, damit sie nicht ĂŒbersteht, ist eine Maßanfertigung nötig z.B. beim Glaser des Vertrauens (In meinem Fall: 20 cm x 23,8 cm, Preis ca. 4 €) oder man versucht es, die mitgelieferte Glasscheibe mit einem Glasschneider zu schneiden.

Nachdem alles besorgt wurde, ging es ans Werkeln. Entsprechend meiner „Skizze“ wurde alles zusammengebaut und die GĂ€nge/Kammern mit einem Schraubenzieher ausgehöhlt. Die Glasscheiben werden zwischen die L-Profile geschoben und sind nicht direkt festgeklebt. Sie lassen sich also jederzeit herausschieben. Die L-Profile mĂŒssen jedoch mit Silikon am Gasbeton befestigt und von außen versiegelt werden. Die untere, kleinere Scheibe wird durch eine kleine Nut etwas in den grĂ¶ĂŸeren Gasbetonstein reinragen. So kann die obere Scheibe auf ihr aufliegen. Jeweils ein Dichtungsklebeband auf der kleinen und großen Scheibe (da wo sie Kontakt haben) sorgt fĂŒr eine ausbruchsichere und dennoch dynamische Verbindung. Die zwei Plexisglasscheiben hinter und vor dem Formicarium sorgen fĂŒr eine gleichmĂ€ĂŸige Anpresskraft, welche durch Anziehen der Muttern auf den Gewindestangen wirkt. Die Schlauchverbinder im oberen Bereich sind gesteckt und von außen zusĂ€tzlich mit Silikon abgedichtet.

Zum Abschluss nochmals in Bildern zusammengefasst:


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Kategorie: Diverses