Loading images...

15.
Mrz
2012

CyanogenMod 9.0 (ICS) auf dem Samsung Galaxy i9000 [8.025 x gelesen]

Wer sich nicht auf die Updatepolitik seines Android Smartphone-Herstellers verlassen möchte, der greift in erster Linie auf sogenannte Custom ROMs zurĂŒck. Dabei handelt es sich um modifizierte Android-Versionen, welche sich optisch als auch funktionell von der jeweiligen Hersteller Stock ROM (offizielle Firmenware-Version) unterscheiden können. Die Custom ROM kann entweder auf der Stock ROM selbst oder auf der quelloffenen, freien Basis Android-Version aufbauen. Letztere hat natĂŒrlich den Vorteil, dass die Entwickler zeitnahe auf die aktuellste Android-Version zurĂŒckgreifen können, unabhĂ€ngig vom Smartphone-Hersteller. Dennoch benötigt jedes einzelne Smartphone-Modell eine separate Custom ROM-Version, da sich die einzelnen internen GerĂ€tekomponenten wie WLAN-, Bluetooth-Modul, Bewegungssensor etc. von Modell zu Modell unterscheiden können und somit individuelle Treiber notwendig sind.

FĂŒr mich stand schon kurz nach Kauf meines Samsung Galaxy i9000, vor knapp zwei Jahren fest, eine solche Custom ROM zu installieren oder anders gesagt: mein Smartphone zu „Flashen“. Somit konnte ich unabhĂ€ngig der Samsung Updatepakete schnell von Android „Froyo“ auf „Gingerbread“ umsteigen und von den entsprechenden Vorteilen profitieren. Voraussetzung fĂŒr einen solchen Umstieg ist das sogenannte „Rooten“. Dadurch werden dem Benutzer volle Zugriffsrechte auf das zugrunde liegende UNIX-Betriebssystem erteilt. Als Hinweis sei jedoch erwĂ€hnt, dass dieses Rooten bzw. auch das Flashen jeglichen Anspruch auf Garantie, bei Entstehung möglicher SchĂ€den, erlischt.

Das „CyanogenMod“ ist derzeit eines der einzigsten ROMs, welche bereits das neuste Android in Version 4.0 (Ice Cream Sandwich) auf aktuelle und auch Ă€ltere Smartphone-Modelle bringt. Zwar befindet sich diese ROM in Version CM 9.0 noch im Alpha Stadium, doch seit ca. einem Monat erweist sie sich auf meinem betagtem SGS als sehr stabil und performant.


Optisch unterscheidet sich ICS mit seinem neuen Holo-User-Interface deutlich von allen VorgĂ€ngerversionen. Statt in grĂŒn gehaltener Optik erscheint nun alles in einem Blauton. Statt einem Schieberegler muss man nun einen Kreis auf das entsprechenden Symbol ziehen, um das Smartphone zu entsperren. Gleichzeitig kann man mit dieser Methode auch direkt die Kamera starten ohne das Telefon vorher entsperrt zu haben. Das gilt im Übrigen auch fĂŒr die neue „Notification Toolbar“ im oberen Bereich. Diese lĂ€sst sich auch im gesperrten Zustand „herunterziehen“, um beispielsweise neu eingegangene Mails, SMSen oder andere Hinweise direkt zu öffnen. LĂ€uft zudem ein Player z.B. Google Music so lĂ€sst sich ein Song dort einfach pausieren, zurĂŒck- oder ĂŒberspringen. Außerdem bekommt man dort das Cover des jeweiligen Albums angezeigt.



Mit Hilfe von Wisch-Gesten nach links bzw. rechts lĂ€sst sich gezielt festlegen, welche Hinweise aus der „Notification Toolbar“ entfernt werden sollen.  In den VorgĂ€ngerversionen konnte man ja nur die gesamte Liste leeren. Außerdem hat man ĂŒber die „Notification Toolbar“ direkten Zugriff auf die „Einstellungen“. In der CyanogenMod-Version hat man hier auch die Möglichkeit Shortcuts zu hĂ€ufig verwendeten Aktionen anzulegen. So kann man mit einem Klick das WLAN, Bluetooth, GPS, LautstĂ€rke, Datentransfer, Flugmodus etc. ein bzw. ausschalten.


Ebenfalls neu ist der Taskmanager. Durch gedrĂŒckt halten der „Home-Taste“ öffnet sich dieser. Auch hier kann man durch Wischbewegungen einzelne Anwendungen gezielt schließen oder durch antippen auf die Vorschauansicht diese wieder in den Vordergrund bringen.


Ganz neu ist die Möglichkeit einzelne Symbole auf den „Homescreens“ zu einer Gruppe bzw. zu einem Ordner zusammenzufassen. Dazu zieht man einfach ein bereits bestehendes Symbol via drag & drop auf ein anderes. Es legt nun automatisch eine Gruppe an, die man z.B. thematisch entsprechend benennen kann.



Im der „App-Drawer“ Ansicht werden Apps und Widgets separat voneinader verwaltet. Unter dem Reiter „Widgets“ sieht man eine Vorschau der möglichen Widgets, welche man durch gedrĂŒckt halten und anschließendem ziehen direkt auf den „Homescreens“ ablegen kann. Sofern von der App unterstĂŒtzt, lĂ€sst sich dieses Widget auch nachtrĂ€glich noch in seiner GrĂ¶ĂŸe skalieren.


Neben dem ĂŒbersichtlicheren und logischeren Aufbau der „Einstellungen“, seien auch noch zwei praktische neue Tools zu erwĂ€hnen. So lassen sich bei gedrĂŒckter LautstĂ€rke-Taste (-) und Power-Button Screenshots erstellen, welche dann direkt auf dem GerĂ€t abgelegt werden. Zur besseren Verwaltung des Datenverbrauchs hat Google dem Android außerdem ein kleines Tool zur VerfĂŒgung gestellt. Mit diesem lĂ€sst sich mit Hilfe zweier Schieberegler der Datenverbauch eines bestimtmen Zeitraums fĂŒrs WLAN als auch fĂŒrs mobile Internet grafisch darstellen. Das dĂŒrfte besonders fĂŒr diejenigen von Interesse sein, welche noch keine Full-Datenflat verwenden. Eine zusĂ€tzliche App ist daher nicht mehr unebdingt notwendig.

Mit der Tatsache ICS auf seinem Android zu haben, besteht außerdem die Möglichkeit den Standard Browser durch die aktuelle Chrome Beta zu ersetzen. Damit lassen sich nun endlich die Favoriten und/oder auch die Passwörter mit der Chrome Desktop Version automatisch synchronisieren, verschlĂŒsselt versteht sich 😉 Auch hierbei gibt es eine Besonderheit: Hatte man zuvor an seinem PC mehrere Tabs offen und fĂ€hrt den Rechner herunter,  so ist es möglich diese Tabs von seinem Smartphone aus wieder gezielt zu öffnen. Sehr praktisch, wie ich finde.

Mein Fazit: Ich möchte ICS auf meinem SGS i9000 nicht mehr missen. Es arbeitet sehr viel schneller und smoother als die Stock ROM. Ein Klick auf Herunterfahren und schon ist das Smartphone aus, was sonst immer ewig gedauert hat. Auch der Start stellt sich als deutlich schneller heraus. Zudem bieten die oben erwÀhnten viellen kleinen Verbesserungen insgesamt einen besseren Komfort und der Akku hÀlt auch um einiges lÀnger.

 

Zum Abschluss noch eine Linksammlung zum Thema:

Website: CyanogenMod

Website: CM9, alpha

Tutorial: Rooten/Flashen

 


Tags: , ,

Kategorie: Diverses