Loading images...

8.
Sep
2008

Tutorial Testserver [46.257 x gelesen]

Im Folgendem möchte ich kurz meine Erfahrung bezĂŒglich des Einrichtens eines Testservers und eines FTP-Servers in Form eines kleinen Tutorials nahe bringen. UrsprĂŒnglich hab ich dieses Tutorial fĂŒr mich selbst geschrieben, damit ich nach einer Formatierung meines Systems schnellstmöglichst wieder meine Einstellung bezĂŒglich des Servers bekomme.

Nun die Frage, wozu brauch man einen lokalen Testserver? Gerade fĂŒr Webmaster ist es interessant die zu entwickelnde Website, bevor sie veröffentlicht wird, lokal zu testen. Das hat den Vorteil das etwaige Fehler auf der Website schon vor der Veröffentlichung gefunden werden können, außerdem erspart man sich den Upload von Dateien etc. auf den Server, da dieser ja lokal auf dem Rechner ist.

Und Wozu nun ein FTP-Server? Hat man viele Dateien auf seinem Rechner die man seinen Freunden, Bekannten oder Kollegen zugĂ€nglich machen will, so ist ein solcher FTP-Server eine gute Lösung. Die User können sich selbst Zugang per FTP-client zu den benötigten Dateien verschaffen, diese bearbeiten, kopieren oder auch Dateien auf „meinen lokalen“ Rechner ablegen. Das kann einem das Leben doch ungemein erleichtern oder nicht? 🙂

Wer also jetzt ebenfalls den Drang verspĂŒrt sich die genannten Dinge anzueignen der sollte jetzt weiter lesen…

Ein paar kurze einleitende Worte zu diesem Tutorial: Das Tutorial ist hauptsĂ€chlich fĂŒr User ausgelegt, welche einen DSL-Flatrate Zugang haben (was heutzutage ja nicht das Problem sein dĂŒrfte) und an User, welche einen ROUTER zwischen Modem und Computer geschalten haben. Das erleichtert einen die Konfiguration und Einrichtung ungemein. Hier nun meine Konfiguration, die in diesem Tutorial verwendet wird:

  • verwendete Hardware/Programme:
    • D-Link DI-524 Router
    • Xampp 1.6.4 Installer (incl. Filezilla Server)
    • SmartFTP (client)

Installation von Xampp:

Zuerst sollten wird das Softwarepaket Xampp herunterladen (Link: http://www.apachefriends.org/de/xampp-windows.html ). Dieses Paket enthĂ€lt alle nötigen Bestandteile um erfolgreich einen lokalen Server einzurichten. Dazu zĂ€hlt die Webserver Software Apache, die Datenbank Software MySQL sowie die Scriptsprache PHP und das dazugehörige Managementsystem phpMyAdmin. Außerdem ist in der Standardversion von Xampp gleichzeitig schon die aktuelle Version von Filezilla Server enthalten, zu der ich spĂ€ter komme.

Ich entscheide mich beim Download fĂŒr die „Installer“ Version, dabei wird der Server an sich sogut wie von selbst eingerichtet.
Installation nach Anweisung in ein beliebiges Verzeichnis (hier: „D:\Server“). Genaueres zur Installation gibts auf dieser Seite: http://www.apachefriends.org/de/xampp-windows.html#1098

WĂ€hrend der Installation geben wir noch an, dass Apache, MySQL und Filezilla als Dienst bei Windows registriert werden soll.

Einrichten des Routers D-LINK DI-524

Je nach Router können sich die MenĂŒs unterscheiden. Ein guter Router sollte jedoch analoge Einstellungen besitzen wieder dieser.
In die Adressleiste des Browsers folgende IP eingeben 192.168.0.1, der Zugriff auf das Routerinterface verlangt Benutzername und Kennwort (siehe Manual Router)

Im Router selber stellen wir unter der Option DHCP ein, dass unsere Rechner auf den wir spĂ€ter von außen zugreifen wollen immer die gleiche IP bekommt (statisch). Dynamische IPs können spĂ€ter fĂŒr Probleme sorgen. Als Beispiel legen wir uns auf die feste IP192.168.0.13 fest. Im Router sehen die Einstellungen dafĂŒr wie folgt aus:

[singlepic=457,320,,watermark,]

Jetzt mĂŒssen wir noch dafĂŒr sorgen, dass unser Rechner von außen stetig erreichbar ist. Da sich aber IP’s, ein Zahlencode ĂŒber den der Rechner ĂŒbers Internet erreichbar ist, stĂ€ndig Ă€ndern, benötigen wir einen Dienst der sich DynDNS (dynamischer Domain-Name-System) nennt. Dieser sorgt dafĂŒr das unserer Rechner ĂŒber eine festgelegte URL (in diesem Beispiel test.dyndns.org) stĂ€ndig erreichbar ist, obwohl sich die IP’s im Laufe der Zeit Ă€ndern. Das wir einen solchen Dienst in Anspruch nehmen mĂŒssen wir nun noch unserem Router kenntlich machen. Dazu im Router folgende Einstellungen ĂŒbernehmen, bzw. Eure Daten eintragen 😉

[singlepic=459,320,,watermark,]

Eine weitere wichtige Einstellung im Router ist die Port-Weiterleitung. Damit Anfragen von außerhalb des LAN, also WAN (dem Internet) bei Eingabe der dyndns-URL, auf unseren lokalen Server weitergeleitet werden, mĂŒssen bestimmte Ports vom Router freigegeben werden.
Bei dem D-Link Router sind schon einige solche Einstellungen in Form von Virtuellen Servern, die eine Port-Weiterleitung beinhalten, vorkonfiguriert. Sie mĂŒssen lediglich editiert (1) und angepasst/aktiviert (2) werden.

Damit spĂ€ter User auch auf unseren Server zugreifen können, obowohl sie selbst hinter einer Firewall oder einem Router sitzen, ist es notwendig fĂŒr unseren Server den „passive mode“ zu verwenden. Dabei öffnet der Server, nach Anfrage des Clients (also des Users) einen bestimmten Port und ĂŒbermittelt diesen mitsamt IP-adresse wieder an den Client, wodurch ihm der Zugriff ermöglicht wird. Da es Unmengen von Ports gibt, mĂŒssen wir einen Portbereich angeben, der fĂŒr unseren Server ansprechbar sein soll. NatĂŒrlich verwendet man dabei einen Portbereich der nicht so oft in Verwendung ist. Wir entscheiden uns in diesem Fall auf die Port 50000 – 50500 und leiden diese wie immer auf die IP unseres lokalen Servers, also 192.168.0.13.

[singlepic=464,320,,watermark,]

Wir konfigurieren die Portweiterleitung sowohl fĂŒr normale Anfragen aus dem Internet (http), DynDNS-Anfragen (also test.dyndns.org) und fĂŒr unseren spĂ€teren FTP Server.
Alle Anfragen werden auf die lokale IP 192.168.0.13 weitergeleitet, wohinter sich ja unser Rechner (Server) verbirgt.

Test des lokalen Servers

Nach diesen Einstellungen ist nun unser lokaler Server erreichbar. Wir testen dies und geben in die Adressleiste des Browsers „localhost“ ein. Es sollte hier standardmĂ€ĂŸig eine Seite von Xampp angezeigt werden. Der Inhalt dieser Seite befindet sich im Installationsordner von Xampp.
Genauer: D:\Server\xampp\htdocs (kann je nach Installationsordner variieren)
Theoretisch können wir nun den Inhalt dieses Ordners löschen und unsere Website, welche lokal getestet werden soll dort hineinlegen (z.B. index.html).
In diesen Ordner kann z.B. auch WORDPRESS, ein Blog, ein CMS, installiert werden.
Durch Aufruf von http://localhost/ erscheint diese Seite nun ebenfalls im Browser.

Durch das Einrichten von Dyndns ist diese Seite auch von außerhalb des Netzwerkes erreichbar. So wird man durch Eingabe der Adresse http://test.dyndns.org/ automatisch auf den lokalen Server weitergeleitet, und das weltweit.

Einrichten des FTP-Servers

StandardmĂ€ĂŸig wird Filezilla Server bei Xampp mit installiert. Es kann jedoch auch nachtrĂ€glich noch installiert werden. Durch ein Klick auf das Icon „Xampp Control Panel“, welches entweder auf dem Desktop angelegt wurde, oder im Installationsordner zu finden ist, bekommt man eine Übersicht aller installierten Module.

[singlepic=465,320,,watermark,]

Durch Klick auf den Button „Admin“ bei Filezilla öffnet sich die Konsole fĂŒr den FTP-Server. Beim ersten Start erscheint zusĂ€tzlich ein Fenster, zu welchem Server wir uns verbinden wollen.

[singlepic=463,320,,watermark,]

Dieser ist standardmĂ€ĂŸig lokal ĂŒber die IP 127.0.0.1 und den Port 14147 erreichbar. WĂŒrde man also in die Adressleiste diese IP eingeben, so werden wir wieder automatisch auf den lokalen Server geleitet. Außerdem legen wir in diesem Fenster noch ein Passwort fĂŒr den Zugang auf den Server fest, und setzen das HĂ€kchen bei „always connect to this server“. Dadurch ersparen wir uns zukĂŒnftig die erneute Eingabe der Daten.

Bevor wir unsere Benutzerkonten erstellen mĂŒssen wir unseren Server noch artgerecht auf den „passive mode“ trimmen, um Usern die hinter einer Firewall/Router sitzen, Zugriff auf unseren Server zu gewĂ€hren. Dazu einfach im Serverfenster auf „Edit“ –> „Settings“. Unter dem Eintrag „passive mode settings“ geben wir unten bei „Use custom port range“ den Bereich ein, den wir vorher schon in unserem Router festgelegt haben, also 50000 – 50500. In diesem Settingbereich kann man ĂŒbrigens auch die Uploadgeschwindigkeit und viele andere Sachen einstellen, die wir jedoch jetzt nicht weiter benötigen.

[singlepic=494,320,240,watermark,]

Nun steht die Verbindung zum FTP Server, und wir können jetzt unsere Benutzer festlegen, welche Zugriffsrechte auf den lokalen FTP Server haben und auf welche Ordner sie Zugang haben.

[singlepic=460,320,240,watermark,]

Wir können dabei sowohl ganze Benutzergruppen erstellen und/oder einzelne Benutzerprofile festlegen. Ein Klick auf das Symbol „user account“ (links) bringt uns zu folgendem MenĂŒ:

[singlepic=462,320,240,watermark,]

Hier können wir jetzt einzelne User erstellen (Add). Gleichzeitig ist es ratsam diesem User ein Passwort zu vergeben. Weiterhin ist es möglich den User einer vorher erstellten Gruppe zuzuweisen. Diese Gruppen können sich wiederrum hinsichtlich ihrer Lese- und Schreibrechte auf bestimmte Ordner unterscheiden. Unter „shared folder“ lassen sich dann fĂŒr den jeweiligen User/Gruppe Ordner freigeben, auf denen Zugang gewĂ€hrt wird z.B.:

[singlepic=461,320,240,watermark,]

So hat also der User „member“ Zugriff auf meinen lokalen Ordner „My Music“. Jedoch darf er die Dateien nur lesen. Er darf also keine Dateien verĂ€ndern oder löschen. ZusĂ€tzlich kann man nun noch die Download- bzw. Uploadgeschwindigkeit festlegen oder bestimmte IP sperren. Doch fĂŒr den Anfang sollten diese Einstellung vorerst reichen.

FTP in der Anwendung

Wie kann nun der jeweilige User auf meinen lokalen Server zugreifen? Nun dazu benötigt der User einen FTP client. Solche Programme gibt es in große Vielzahl im Internet, die bekanntesten dĂŒrften „Filezilla Client“ (nicht Server), SmartFTP, CoreFTP sein.

FĂŒr Firefox User gibt es sogar ein Plugin namens „FireFTP“ , welches ohne weitere Installation ĂŒber das Firefox-Interface bedient werden kann.

Ein solches Programm wird nun auf dem User-Rechner installiert. Im Programm selber gibt man in die Adressleiste die URL unseres Servers ein. Diese lautet test.dyndns.org und verweist ja auf unseren lokalen Server. Als Benutzername muss nun „member“ eingegeben werden. Außerdem das vorher vergebene Passwort eingeben. Als Port muss fĂŒr ein FTP Zugriff der Port 21 angegeben werden (Standard). Als Verbindungsart sollte immer der „passive mode“ verwendet werden.

[singlepic=466,320,240,watermark,]

Dann braucht man nur noch auf „connect“ gehen und schon kann sich der User mit unserem lokalen Server verbinden. Er kann je nach Rechtervergabe auch Dateien auf unseren Server laden, Dateien verĂ€ndern oder Dateien löschen.

Firewall auf dem Server-PC konfigurieren

Sollte der zugang zum FTP-Server von außen nicht möglich sein, so kann eine Firewall auf dem Server-Rechner der Grund dafĂŒr sein. Anfragen aus dem Internet kommen zwar auf dem Server an, dieser kann jedoch keine Information an den Client schicken, da diese von einer Firewall geblockt werden. In diesem Fall mĂŒssen wir diese Firewall noch konfigurieren. Als Beispiel demonstriere ich das kurz an der Windows VISTA internen Firewall:

Dazu die Firewall-Einstellung öffnen. (in der StartmenĂŒ-Suche einfach FIREWALL eingeben). Im neuen Fenster auf „Einstellung Ă€ndern“. Dann auf den Reiter „Ausnahmen“. Dort erstellen wir eine neue Ausnahme indem wir auf „Port hinzufĂŒgen“ gehen. Im Weiteren geben wir folgende Daten ein:

[singlepic=495,320,240,watermark,]

Wir geben hier Port 21 ein da dies der Port von unserem FTP-Server ist. Je nach Firewall erfolgt die Einstellung Àhnlich.

Sollte es dennoch nicht klappen, die Firewall einfach mal kurzfristig ganz ausschalten und prĂŒfen ob da der FTP-Server von außerhalb erreichbar ist.

Kategorie: Diverses