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7.
Sep
2007

Laptop Modding [79.333 x gelesen]

Pimp My Laptop: Eine kleine Anleitung zur optischen Aufbesserung Ihres Laptops

Einleitung

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RĂŒckstĂ€nde von Aufklebern
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Laptop von oben mit…
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…deutlichen Verschleißspuren

Im Folgenden möchte ich eine kleine Anleitung denen bieten die schon mal daran gedacht haben ihrem tristen Laptop-Aussehen, eine bessere Optik zu verschaffen. Auch ich hab schon öfters mit diesem Gedanken gespielt. Ausschlaggebend war aber hauptsÀchlich, die an Kratzern und Farbverlust leidente OberflÀche sowohl am Monitor, als auch an der AuflageflÀche der Tastatur. (siehe Bilder rechts)

Nun fehlte nur noch eine Idee, aus welchem Material und in welchem attraktiven Gewand, der Laptop zukĂŒnftig auftreten soll. Um etwas futuristisch zu wirken kam mir die Idee meinem Laptop eine Carbon-Optik zu verpassen. Sicherlich hĂ€tte ich auch eine Holzoptik oder einfach nur eine einfarbiges Design wĂ€hlen können, doch es sollte ja ein bisschen extravagant aussehen. Also machte ich mich auf die Suche nach einem geeigneten Material. Und schnell bin ich auch bei Ebay mit den Stichworten „Carbon Folie“ im Bastlerbereich fĂŒndig geworden (Link: Ebay Angebote) .

Nun musste nur noch der Laptop vermessen werden um auch die passenden Folien zu bestellen. Wichtig dabei war mir auch, dass es sich um selbstklebende Folien handelt um eine Sauerei mit dem Leim zu vermeiden. Von den gefundenen Folien gab es drei Farbauswahlen: grau/metallic, rot und blau. Obwohl die anderen Farben bestimmt auch nett ausgesehen hĂ€tten, habe ich mich fĂŒr die klassische Variante grau/metallic entschieden. Denn schließlich ist das auch die ursprĂŒngliche Farbe wie sie beispielsweise im Fahrzeugbau z.B. in der Formel 1 Verwendung findet.
Eine Folie kostet ca. 5 € und besitzt die Maße 35 x 45 cm. NatĂŒrlich gibt es verschiedene QualitĂ€tsmaßstĂ€be. Doch ich empfand dies als ein relativ gutes Preis/Leistungs-VerhĂ€ltnis. Schließlich hĂ€tte man auch Folien kaufen können, die ca. 50 € teuer sind. Oder man hĂ€tte statt der Klebefolien auch das Verfahren der Wassertransferdruck-Carbon-Folientechnik verwenden können (Wassertransferdruck Technik). Jedoch betrĂ€gt der Preis dort mehr als 100 € und der Aufwand ist immens, da die Laptopteile abgebaut werden mĂŒssen. Zudem ist ein Gelingen bei dieser Methode nur durch Profis und mit viel Erfahrung möglich.

Nach 3 Tagen erreichte mich dann das Paket mit meinen 3 bestellten Folien, 2 kleine Musterfolien in den Farben Rot, Blau, ein grĂ¶ĂŸeres Muster zum experimentieren und natĂŒrlich eine kleine Anleitung. Im Folgenden sollen nun meine Erfahrungen bezĂŒglich des „Laptop-pimpens“ dargestellt werden.

Benötigte Materialien

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Was man benötigt:

  • einen Laptop 🙂
  • die Folien
  • eine entfettende Lösung (Seifenlösung)
  • Lappen oder Tuch
  • Rakel (z.B. alte EC-Karten oder Telefonkarten)
  • Cutter
  • Lineal
  • Papier fĂŒr Tastaturschablone

Vorgehen

1.Schritt: Entfernen von Aufklebern
Als erstes sollte man alle noch auf dem Laptop befindlichen Aufkleber (z.B. Intel oder ATI Aufkleber auf TastaturauflageflĂ€che) entfernen. Solche Aufkleber können ebenfalls ĂŒber Ebay nachbestellt werden. Dadurch kann die Latop-Spezifikation wieder jedermann gezeigt werden (fĂŒr alle Angeber :-))

2. Schritt: Reinigung und Entfetten der OberflÀche

Wichtig ist es nun die gesamte zu beklebende OberflĂ€che zu reinigen. Dazu sollte man ein fettlösende Lösung verwenden, die jedoch nicht zu aggresiv mit der LaptopoberflĂ€che reagiert. Ich habe normales Seifenwasser verwendet. Wichtig dabei vor allem die Bereich grĂŒndlich zu reinigen, wo vorher Aufkleber waren. Zudem sollte man darauf achten das der Laptop wĂ€hrend der gesamten Reinigungsphase nicht baden geht. Denn es handelt sich ja immer noch um ein empfindliches elektrisches GerĂ€t.

3. Schritt: Zuschneidung der Folien
Nun erfolgt die Zuschneidung der Folien fĂŒr die jeweiligen Bereiche. Dabei sollte man schon jetzt eine Seite (mit der man spĂ€ter anfĂ€ngt) so entsprechende des Musters schneiden, dass eine Gerade Orientierung zum Laptop besteht. Dadurch vermeidet man ein schiefes Aufkleben der Folien, welches nicht sehr professionell aussieht. Die an mich gelieferten Folien waren alle willkĂŒrlich und relativ schief angeschnitten. Die Zuschneidung sollte nicht zu knapp erfolgen, mindestens 5 mm an jeder Seite sollten drĂŒber stehen. Ein Nachbearbeitung erfolgt spĂ€ter mit dem Cutter.

4. Schritt: Aufkleben der Folie
Man zieht nun eine Ecke der Schutzfolie ab und fixiert die Folie so, dass die Folie gerade an der jeweiligen Kante anliegt.

Tipp: Beginne mit der FlĂ€che der Außenseite vom Monitor, da dies fĂŒr den Anfang und zur Gewöhnung relativ einfach ist, im Gegensatz zur TastaturflĂ€che.

Nun zieht man die Schutzfolien StĂŒck fĂŒr StĂŒck immer weiter ab und drĂŒckt die eigentliche Carbonfolie mit der Rakel auf die OberflĂ€che. Dabei ist darauf zu achten, dass keine Blasen unter der Folie entstehen. Man sollte daher ab und zu mal gegen das Licht gucken, da hier solche Blasen besser zu erkennen sind. Außerdem sollte man mit dem Rakel immer von innen nach außen arbeiten um die LufteinschlĂŒsse nach außen zu leiten. Sollten zu große Blasen entstehen bzw. lassen sie sich nicht entfernen, so kann man die Folie wieder ein StĂŒck abziehen und erneut aufkleben. Die Folie hĂ€lt danach genauso gut wie beim ersten Mal.

5.Schritt: Anpassen und Abschneiden der ÜberstĂ€nde

bild1Entgradung der Kanten

Dies sollte mit einem scharfen Cutter erfolgen. Man sollte darauf achten, dass die Folie um die Kanten gezogen wird, um auch eine gute Optik von der Seite zu gewĂ€hrleisten. Dabei sollte man darauf achten, dass die KlebeflĂ€che nicht zu klein ist, sonst löst sich die Folie aufgrund ihrer relativ starren Eigenschaft wieder. Problem wird es auch bei Kanten geben, welche relativ rund sind. Daher empfehle ich einen glatten Schnitt an diesen Stellen, so dass dennoch die Gesamtoptik nicht beeintrĂ€chtigt wird. Zudem könnte man versuchen mit einem Heißföhn die Folie ĂŒber die Kante zu strecken. Zwar ist dies laut dem Hersteller möglich, jedoch bezweifle ich danach noch eine gute Haftung an dieser Stelle.

6. Schritt: Bekleben der TastaturflÀche
Als etwas schwieriger erweist sich die FlĂ€che der Tastatur, da die Folie an das jeweilige Tastaturdesign angepasst werden muss. Ich empfehle daher die gesamte FlĂ€che also auch die Tastatur mit einer Folie komplett zu ĂŒberziehen und zum Schluss das Tastaturfeld mit dem Cutter auszuschneiden. Es wird sicherlich sehr schwierig sein, erst das Tastaturfeld von der Folie auszuschneiden und sie dann aufzukleben, da eine ordentliche Justierung und Zentrierung ohne Luftblasen nur schwer zu realisieren scheint.

Tipp: Damit die Folien beim komplett bekleben nicht mit den einzelnen Tasten in Kontakt kommt, ist es empfehlenswert eine Schablone entsprechend des Tastaturfeldes anzufertigen. Diese wird mit nur zwei sehr kleinen Klebestreifen auf der Tastatur fixiert. Anschließend erfolgt das Aufbringen der Folien. Dadurch wird vermieden das Klebereste auf der Tasten bleiben oder gar Tasten durch abreisen der Folien ausbrechen.

bild1Tastaturschablone um Verkleben zu verhindern

Nun kann das Ausschneiden des innern Bereiches erfolgen. Durch ein Schnitt in der Mitte und einem groben ausschneiden des Tastaturfeldes wird die genaue Zuschneidung etwas vereinfacht. (gilt ebenfalls fĂŒr Touchpad)

bild1Überkleben mit Carbonfolie bild2Ausschneiden des Tastaturbereiches

Tipp: Ich hab meine Folie so zugeschnitten, dass ca. 2-3 mm zum eigentlichen Tastatufeld Abstand herrscht. Dadurch wirkt die Tastatur nicht so von der Carbonoptik bedrÀngt. Zudem integriert sich die noch darunter liegende Original Metalloptik zwischen Folie und Tastatur ganz gut ins Gesamtbild.

7. Schritt: Abschlußreinigung der OberflĂ€che
Als letztes sollte man nochmals mit einem feuchten Lappen ĂŒber alle FlĂ€chen fahren um mögliche Verunreinigungen zu beseitigen. Außerdem können Sie nun auch Aufkleber fĂŒr Prozessor und Grafikkarte wieder auf ihren angestammten Platz kleben.

Das Endresultat

Sollte alles geklappt haben, so könnte ihr Laptop demnÀchst auch so edel aussehen wie die folgenden Bilder zeigen:
Viel Erfolg


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Neue TastaturflÀche
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Von Außen
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Spiegelglatt
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Carbon ganz nahe

Gesamtkunstwerk
 

Kategorie: Diverses